Ah ha.

ADVERTISING HEAD AGENCY

 

Globelpayer:

Sie nehmen allen alles ab, egal wie es daherkommt. Hauptsache es kommt woanders her. Sie kauen und sprechen kauend auf dem, was anschließend auf Straßen und an Bänken klebt. Sie trinken direkt aus der Flasche zuckersüße Brause, die sie zu der Lebensmittelmischung aus "fast Foot" in sämiger Soße in den Mund kippen. Verzehren das Ganze aus Teigtüten oder mit zwei Sesamlappen, was alles zusammen sättigend ihren Magen verklebt.

Sie glauben bevorzugt an das was sie nicht wissen aber absolut sicher glauben. Wandeln hinter Predigern und arbeitslosen Schwätzern her, die wahngetrieben von ihrer selbstkreierten Größe, Religionsschöpfungen und Sektenkrieger ins Land importieren und ihrer Fangemeinde das Hirn verklebt. Und wer nicht glaubt, wird weggesprengt. Weltläufig läßt sich das Globalvolk mit so unsinnigen wie sinnfreien Lehnwörtern fremder Mütter anderer Sprachen umerziehen. Global pflanzen Gewinnscouts Laborernährung in die Welt und patentieren sie für die, die nicht verhungern wollen. Für alles das nehmen die Kreateure und Importeure Geld ohne dafür zu bezahlen.

Werbetreiber und Boulevardbeflissene produzieren zeitgemägemäße Bilder metallverzierter und gestochener Haut, zeigen Gummiwiederkäuer und Multis, die aus Flaschen trinken und Spießer, die es tatsächlich noch aus Gläsern tun. Die Meinungstänzer wiederum liefern repräsentative Straßeninterviews, bevorzugt mit Kultis die sie fragen, wie sie mit Schuldgefühlen wegen des 3ten Reichs umgehen, wo sie doch jetzt mit ihrer Ausweispappe integriert dazugehören. Und tritt in Weichtretern, hängenden Jeans und Steppdecken auf. Gestalten diesen und ihren Stil, betreten die Räume der Kultur, vertreten so und bunt das Volk in seinem Haus.

Parteibuchjournalisten und Allesfresser leiden eben gerne an gesellschaftlichem Übergewicht.

 

Endloslos:

„Das Leben ist echt ermüdend die Endlosschleife.“ Man gewinnt, man verliert, nimmt ab und nimmt zu, abundzu, ist da und weg, wird erinnert, wird vergessen, wird erkannt, bleibt unbekannt.

Den meisten ist es gleich wer gewinnt, es sei denn sie gewännen selbst. Nicht natürlich die, die unbedingt immer gewinnen wollen und solchen die es bedingt meinen zu müssen. Selten sind ihre Mühen neigungsbegründet, eher bedeutungserhebend. Ein Leben geben oder gäben sie dafür. Am Schluss bleibt kein Beifall. Verloren wird in allen Fällen. Reproduziert bleibt in wenigen Perzent das was bleibt.

Dauergewinner sind so unbeliebt wie Vorbilder. Können sich dann alleine lieben. Zuschauer sind am besten dran, sie nehmen alles zu sich, verdauen, unterhalten sich. Immer wieder. Bis zum Nimmerwieder.

Kopflos, sich seine Lebensstrecke lang dem zu unterwerfen.

 

Psychobeutel:

Jetzt hat sie die Gesellschaft ergriffen: die Nomophobie. Der neu gewordene Begriff aus England für „no-mobile-Angst“. Die Phobie, sein Handy nicht dabei zu haben. Betroffene irren mit leeren Augen durch Straßen, Busse und Bahnen. Ein Handycap für sich und die, die ihre Wege kreuzen.

Im Besitz des Mittelpunktes ihres Daseins leben sie einarmig und gesenkten Hauptes in ihrer Welt und man erkennt, worum ihre Gedanken stets kreisen: um das Handy in ihrer Hand. Wen könnten sie anrufen, wen suchen, welches App bespielen. Wem könnten sie erzählen, wen sie gerade getroffen, wem, wen sie gerade angerufen haben, was sie gerade in einer Auslage sehen. Oder jemanden fragen, wen sie angerufen haben. Auch, um zu hören, von wem diese gerade angerufen wurden. Schließlich fragen sie sich noch, warum sie selbst schon länger nicht mehr angerufen wurden. Der Unterhaltungswert für sie und die Welt um sie herum hält sich Grenzen. Das Handy, die SMS, das Twittern, Facebook und Internetmanie nehmen sich viel Zeit. Gehen ab vom Sein.

Immerhin, Nomophobe kennen wen ihr Handy kennt.

Copyshopper:

Neben den Joggings und den Muckis, neben den Esos und den Dogings gibt es auch die Zielgruppe der Kultas. Man kann sie beschreiben als radelnde Telefonzellen mit vierbeinigem Vergnügungstier am Lenker. Geführt von einer Sprungleine für Fußgänger. Dekoriert mit Folter- und Kettenhemdfragmenten an Ohren, Nase, Lippen, plus Stahlgeschoss auf der Zunge. Ihre Hautdeko-Tattoos bilden Glanzbildchen und Wohnzimmertapeten ab. Sie sind Steuern zahlende Poster mit eingebauten Konsumbedürfnissen. Denaturieren ihr Selbst und inkarnieren sich vom Subjekt zum Objekt.

Gewandet sind sie oft in Adler und Adidas, was von ihnen zu allen Gelegenheiten als passend, gut angezogen und anziehend empfunden wird. Gerne orientieren sie sich in ihrem Selbstdesign an den Geschmacks- und Bilderwelten der Geltungslosen Schatten der Nacht, die mit drei Fingern eine Spraydose halten können und deren Werke das Tageslicht suchen, um die zu treffen, von denen sie den Unterhalt zum Leben erwarten.

Auch Werbung und Politik greifen nach Copyshoppern, wie nach allem und jedem.

 

Marketingpropheten:

Die Berater der Werbungstreibenden verschießen ohne lange zu zögern ein Magazin voll Strategien, Konzepten, Ratschlägen, die sehr Unterschiedliches, ja, Gegensätzliches verheißen. Nicht alle können wahr sein.

Jedoch, ordinär auch ohne Sicherheitsquotient, geht vor originär, selbst mit einem. Meinungslehren gehen vor Erfahrungswerten. Die Botschaften und deren Auftreten brauchen den Werbungstreibenden selbst nicht gefallen, ihnen gar Spaß zu machen. Sie müssen nur nach den Marketingsalven staunend umfallen. Auch können Unternehmen oder Produkte oder beide so neue wie absurde Identitäten verpasst bekommen, der Beratung von Beratern muss man schon folgen. Denn nur dann kann man auf Erfüllung hoffen.

Für alles und alle bieten Marketingpropheten Meinungslehren. Selten Beweise.

 

Reklamefummler:

Wer immer schon seine Urlaubsbilder über der Badewanne entwickelt hat oder dafür ein Handy zückt, wen immer man schon im Kunstunterricht für seine Künste pries, wer stets in Aufsatz eine 2 geschrieben, der versteht viel von Fotografie, Gestaltung und Sprache. Er besitzt ohne Zweifel einen gebildeten Geschmack.

Wer zudem Wert auf allgemeine und verbreitete Kenntnisse des Boulevards legt, also auf prominente Meinungen und ganz allgemein von der Allgemeinheit gesehene Zusammenhänge sieht, wer zudem eine Kausalität zwischen sich schnell Bücken und intelligent denken können annimmt, der versteht nicht nur viel von kreativ gemacht, sondern auch von richtig gedacht.

Reklamefummler verstehen somit viel von guter Werbung und überlegener Politik.   

                                                                                                                                 Texten kann schreiben können heißen.